Was ist Schamanismus? Schamanismus ist eine Lebensart. Der Name leitet sich aus dem Namen des Schamanen ab. Der Schamane ist für die Völker die aus dem Norden Asiens stammen der Inbegriff des geistigen Vermittlers. Der Schamane ist kein Priester auch wenn er mit Gott oder dem Großen Geist redet, er ist kein Zauberer auch wenn er über Mittel verfügt die an Zauberei erinnern, er ist kein Druide auch wenn auf das Wissen über alle Dinge zugreifen kann. Der Schamane ist nur ein Mensch – ein Mensch der sich als Kommunikationskanal zwischen den Welten, zwischen den verschiedenen parallelen Wirklichkeiten willentlich zur Verfügung stellt. Diese Welten, auch wenn sie für die meisten von uns unbewusst erahnt und erspürt werden, bleiben auf der bewussten Ebene meist unerreichbar – der Schamane nimmt diese Welten jedoch bewusst wahr und kann absichtlich während eines Rituals dorthin und zurück reisen. Dabei stellt das Ritual seine Route mit seinen Stationen dar, an der der Schamane auf seine Reise festhalten kann um unterwegs nicht verloren zu gehen und auch wohl erhalten zurück kehren zu können. Gerade das ist für die meisten Menschen unbegreiflich und wird als Humbug und Täuschung abgetan.
Der Schamane ist ein Mensch wie jeder andere. Doch, ein Schamane hat seinen Schicksal akzeptiert, dass er nicht nur ein gewöhnlicher Mensch sein kann, denn er, zusätzlich zu seinem ganz gewöhnlichen Menschdasein, noch eine besondere Aufgabe für die Menschheit zu Erfüllen hat, und diese Aufgabe ist seine eigentliche, wahre Bestimmung. Jedoch, selten nimmt ein Schamane seine Bestimmung freiwillig an – nicht der der sich selber als solcher sieht ist ein Schamane, sondern der der dazu berufen wird. Nicht selten sind die Erfahrungen, die zu einer Offenbarung dieser Art führen, sehr unangenehm, beängstigend und ja, sogar lebensbedrohlich… Es heißt, dass ein Mensch „sterben“ muss, um als Schamane wiedergeboren zu werden… und auch wenn hier nur der rituelle Tod gemeint ist, gibt es oft Menschen die erst durch das erleben reellen Nahtoderfahrungen zu Schamanen wurden… denn sie standen dadurch an der Grenze zwischen den Welten und konnten dann diese Grenze auch bewusst wahrnehmen…
Es ist allerdings nicht unbedingt notwendig selber ein ausgewiesener Schamane zu sein um sich mit dem schamanischen Wissensparadigma auseinander zu setzen und es in das eigene Leben zu integrieren. Was ist dann der Schamanismus für jedermann? Worauf besteht die Grundlage der schamanischen Lebensweise? Kein einfaches und doch ein sehr einfaches Thema – die Theorie ist haarsträubend, die Umsetzung anfänglich sehr ungewohnt und umständlich, aber letztendlich geht es nur um die innere Einstellung zum Leben – etwas was wir alle intuitiv als natürlich empfinden soll auch gelebt werden: der Respekt der Natur und uns selber gegenüber.
Die schamanische Lebensart basiert auf dem Prinzip der Wert-Gleichheit für alles was existiert – alles ist einmalig und doch alles kann nur zusammen und nur mit allem im Einklang existieren – das Ungleichgewicht im Kleinen zieht das Ungleichgewicht im Großen nach sich. Will man die große Welt heilen, dann fängt man damit bei sich selbst und seine kleine Welt an, indem man diese Welt zuerst bewusst wahrnimmt und sich als unzertrennlicher Teil davon ansieht. Der Spruch „alles ist eins“ wird in der schamanischen Lebensart wortwörtlich gelebt.
Das Leben mit der Natur ist das Wahrnehmen des Lebens, der Pflanzen, der Tieren, der Steinen und Erde, des Wassers, der Luft, des Feuers und deren Begegnung in Respekt und Ehrfurcht für die Einmaligkeit deren Schöpfung. Kleine Rituale können dazu als Rahmen für die Erinnerung dienen, müssen jedoch nicht zwingend. Wichtig dabei ist allein die Offenheit im Herzen und die Bereitschaft zuzuhören – Gott, die Natur, der Große Geist spricht ununterbrochen mit uns… Große Rituale binden die Absicht mehrerer Menschen, die sich dafür gemeinsam zusammen einfinden, und bewirken eine Erschütterung des Energiegeflechtes in dem wir uns alle, das ganze Leben, befinden. Große Rituale sind wie die Stimmen eines eingeübten Chors die die Stille durchdringen und eine heilige und heilende Schwingung erzeugen. Alle Rituale werden für alle Wesen durchgeführt. Das Individuum findet seinen Platz nur im Kontext aller seinen Verwandten – seien diese Menschen, Pflanzen, Tiere oder Wesenheiten jeglicher materieller oder immaterieller Art.
Zwischen Schamanismus und aller bekanntesten Weltanschauungen und spirituellen Praktiken, wie Judaismus, Christentum, Islam, tibetisches oder Zen-Buddhismus oder Taoismus gibt es große Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten – ist doch immer die Rede von dem „Eins sein“ und dem „Einklang im Kleinen wie im Großen“, von „Unten wie Oben“ und von der „großen Stille“. Schamanismus ist einer der vielen Wege, die zum inneren Ziel führen ...
In meiner ganz persönlichen Weise integriere ich auch Schamanismus in mein Leben und bin damit glücklich.
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